Vom Pilotprojekt im Herbst 2024 bis zur Diplomausstellung im Juni 2026: ein Blick zurück auf Wendepunkte und Erkenntnisse – und nach vorn auf die nächsten Szenen.
Entscheidende Wendepunkte
Geplant waren drei Epochen. Bei der Recherche zu den Römern merkte ich, wie viele Geschichten in den Aufzeichnungen verborgen liegen – also konzentrierte ich mich auf die Spätantike. Die Geschichte brauchte Figuren, und weil 3D-Figuren zu aufwendig waren, wurden sie flach wie bei Paper Mario. Statt aller vier Szenen setzte ich die erste um, inklusive Prolog – und der brachte die Isometrie mit. Währenddessen fühlte sich alles vorhersehbar an. Rückblickend sehe ich die Abzweigungen, die zum Endprodukt geführt haben.
Endstand
Wachstube
Am Rhein
Szene 1 im Desktop-Format: Gaius erwacht im Turm, später trifft er Optio Flavius und Arbogast im Wald.
Was ich gelernt habe
Three.js, GSAP, Blender, isometrische Illustration, Sounddesign im Web, User-Tests und KI-Bildgeneration – die Arbeit hat mich in vielen Disziplinen weitergebracht. Besonders schön war die Freude der Testpersonen beim Ausprobieren. Viel Zeit floss in die Benutzbarkeit. Die Verbesserungen sind klein und unscheinbar. Doch genau das spricht für gutes Design: Wenn etwas nicht negativ auffällt, funktioniert es.
Weniger Fakten, mehr Geschichte
Ich hatte mir so vieles über die Spätantike, römische Soldaten und Alamannen angelesen und wollte anfangs zu viel auf ein A4-Blatt stopfen. Jetzt weiss ich: Dieses Wissen ist für mich als Autorin und Gestalterin der Welt extrem wichtig, muss aber nicht alles ausgesprochen werden. Es steckt auch im Hintergrund der Szene oder in den Reaktionen der Figuren.
Endstand
Szene 1 auf dem Smartphone.
Wie es weitergeht
Die Geschichte erzählt vier Szenen plus Prolog und Epilog. Umgesetzt sind Prolog und Szene 1, die zweite Szene ist bereits geschrieben, für die übrigen steht der rote Faden. Nach dem Sommer 2026 arbeite ich an den fehlenden Szenen. Bis Frühling 2027 soll das ganze Scrollytelling fertig sein und in einer kleinen Ausstellung im Museum für Archäologie des Kantons Thurgau gezeigt werden.
Danke
Urs Leuzinger für die fachlichen Überprüfungen, Joe Rohrer für konstruktives Feedback und neue Sichtweisen als Mentor und Jakob Näf für seine Illustration des Wachturms, die Grundlage der Rekonstruktion. Danke auch allen Testpersonen und allen, die meine Arbeit mit ihrem Know-how und ihren Ideen bereichert haben.