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Making-of · 27. Oktober 2025

Wie viel Text verträgt eine Scrollstory?

Fünf Prototypen und sechs User-Tests: wie der Text im Scrollytelling seinen Platz fand.

Prototyp V4 auf dem Smartphone: Text oben am Bildschirmrand.

In einem bildzentrierten Scrollytelling erzählen Bild und Ton die Geschichte. Der Text soll begleiten, nicht bremsen. Um herauszufinden wie, baute ich fünf Prototypen und testete sie mit sechs Personen.

30.04.25

Erster Text im Browser

Zum ersten Mal erschien Text in meinem three.js-Prototypen: Er taucht beim Scrollen auf und verschwindet wieder, sobald man weiterscrollt. Ein gutes Gefühl, endlich auch erzählerische Elemente direkt im Web zu sehen.

Experiment

Erste Textdarstellung in der Browser-Szene vor dem Wachturm.

Erste Textdarstellung in der Browser-Szene. Der Text ist noch nicht fix.

August und September 2025

Drei Varianten

Für meine Thesis baute ich drei Varianten der Textdarstellung. Beim «Klassischen Scroll» wandert der Text wie auf einer Webseite nach oben. Beim «Swipe Jump» fährt die Kamera nach einem Wisch selbständig zum nächsten Absatz – inspiriert von Reels. Beim «3D-Text» steht die Schrift direkt im Raum, umgesetzt mit Troika Three Text.

Experiment

V1 Klassischer Scroll, V2 Swipe Jump und V3 3D-Text auf dem Smartphone.

04.10.25

Lesen und weiterscrollen

Beim ersten User-Testing mit einer 15-jährigen Testperson gefiel V1 am besten: Sie konnte selbst bestimmen, wie lange der Text sichtbar bleibt, und gleichzeitig weiterscrollen. Dass es Leute gibt, die während des Lesens weiterscrollen, hatte ich nicht auf dem Schirm.

09.10.25

V4: Der Text rückt nach oben

Am Kolloquium wurde kritisiert, dass man beim Swipe Jump die Kontrolle verliert. In V4 deaktivierte ich das forcierte Scrollen und steuerte das Ein- und Ausblenden über den Scroll-Fortschritt. Ausserdem schob ich den Text an den oberen Bildschirmrand – beim Scrollen verdeckt der Daumen oft den unteren Bereich.

Entscheidung

V4

V5

In V4 und V5 steht der Text oben, wo ihn der Daumen nicht verdeckt.

15.10.25

Sechs Tests, kein Konsens

Nach sechs User-Tests – unter anderem im Amt für Archäologie – zeichnete sich kein klarer Konsens ab. V4 kam allgemein gut an. V1 gefiel jenen, die ihr Lesetempo selbst bestimmen wollen. Andere irritierte die doppelte Bewegung aus Scroll und Kamera. Für Urs Leuzinger war der Text in allen Versionen zu klein. Es zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Komfort.

Analyse

Plakat mit Stärken und Schwächen des Projekts, mit Notizzetteln beklebt.

Stärken und Schwächen des Projekts, gesammelt mit Studierenden und Dozierenden im Alpenhof.

27.10.25

V5: ein kurzer Halt

In V5 erhöhte ich die Scroll-Geschwindigkeit und fügte einen leichten Stopp ein, wenn eine neue Textbox erscheint. So lässt sich schneller scrollen, ohne Absätze zu überspringen. Die Kamerafahrt verfeinerte ich und stimmte alle Textzeitpunkte neu ab. Ein reifer Zwischenschritt: technisch stabil, visuell kohärent und erzählerisch flüssig.

Selbst erleben

Prolog und Szene 1 sind online. Schlüpf in die Rolle von Gaius – am besten auf dem Smartphone.

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